Erste Halbzeit phui, zweite Halbzeit hui – die F2 verliert 7:1 in Norderstedt

Eine wirkliche Erklärung für den laschen Auftritt hatte Trainer Sven Firsching für den desolaten Auftritt seiner Mannen im ersten Abschnitt nicht, jedenfalls rätselte er. „Es ist für mich nicht zu erklären, wie wir heute dieses Spiel angegangen sind. Mir fehlen da auch die Worte“, sagte Firsching mehr fragend als erklärend. Seine und Kerstin Kröhnerts BT, zuletzt mit mehreren Erfolgserlebnissen ausgestattet, stand von Beginn weg mehr oder minder neben sich. Weitestgehend ideenlos, ohne letzten Biss, Willen und Leidenschaft agierten die Gäste. „Vielleicht haben wir Trainer uns auch in der Aufstellung ein wenig verzockt und müssen uns kritisch hinterfragen“, so Firsching.

Die erste Halbzeit ist schnell analysiert: Norderstedt war deutlich engagierter, körperlich deutlich überlegener, läuferisch stärker und zielstrebiger ergo lag man hochverdient zur Halbzeit 7:0 zurück. Entgegen vieler anderer Mannschaften verzichten wir jedoch bewußt auf die Aufstockung der Mannschaft, wenn wir mit drei Toren zurückliegen.

Man nahm sich vor alles besser zu machen, was in der ersten Halbzeit schief gelaufen war, es wurde Tacheles gesprochen. Die Mannschaft war nun hellwach, stellte das Schlummern ein. Die Mannschaft kann und das hat sie schon häufig unter Beweis gestellt, mit Rückständen- und schlägen sehr gut umgehen. Keiner lässt den Kopf hängen, die Truppe hat Charakter und zeigt Moral, das ist ein Wahnsinn. Und man merkte sofort, dass sich etwas in den Köpfen der Spieler getan hatte.

Selbstbewusst und mit dem Willen, das Spiel noch zu drehen, trat die BT auf und brachte den Gegner immer wieder durch viel Laufarbeit in Bedrängnis. Immer wieder zeigte man auch spielerische Glanzleistungen und konnte sich im 1 gegen 1 oder durch schöne Kombinationen, vor allem über die Außen mit direktem Passspiel Torchancen erspielen. Doch es dauerte etwas bis man zu einem Erfolg kam. Die agile Mick nutzte eine Unachtsamkeit in der Norderstedter Hintermannschaft und netzte unter Zuhilfenahme des gegnerischen Torwarts zum Ehrentreffer ein.

Das war jetzt die Initialzündung für die restlichen Spielminuten. Zwar konnten die Bad Bramstedter keinen zweiten Treffer erzielen, aber Jonas hielt sein Tor sauber und mußte lediglich zwei Mal hell wach sein, ansonsten bestimmten die Gäste das Geschehen.

„Wir müssen mit der Niederlage leben, das tun und können wir auch, aber wie heißt es so schön: Lieber ein Mal 7:1 verlieren, als sieben Mal 1:0“.

Und wir nehmen es wie Finley schon zur Halbzeit sagte; „aus Niederlagen kann man auch lernen“.

Abschließend noch ein paar Sätze zum Gegner: Es ist ja völlig in Ordnung, wenn man nach den Grundsätzen und Richtlinien der Fair Play Liga spielt und die Eltern und Zuschauer mindestens 15 Meter weg vom Spielfeld stehen. Komisch nur, dass dies vor 2 Monaten beim Quali-Spiel gegen die F2 noch bedeutungslos war, obwohl man dies vermeintlich doch seit 2 Jahren im Verein macht…

Und dann doch bitte richtig, nämlich beide Trainer stehen direkt nebeneinander und treten sozusagen als ein Trainerteam auf und ohne Schiedsrichter und der Spaß an der Bewegung steht im Mittelpunkt. Aber man nimmt lieber einen Schiedsrichter mit Vereinsbrille, sorry, aber so macht es relativ wenig Spaß. In Norderstedt ticken die Uhren irgendwie anders, sehr schade.

Die Fair Play Liga ist ein hervorragendes Konzept mit einem großen Potenzial, aber bitte nicht so.

 

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